Stadt baut erstes Mobilitätsmuseum
Das Kostenvolumen beträgt rund 3,9 Millionen Euro. Abschließend hat der Rat in einer Sondersitzung im März über eine entsprechende Beschlussvorlage zu entscheiden.
Sobald diese Grundsatzentscheidung gefallen ist, möchte Oberbürgermeister Frank Klingebiel für das Projekt Drittmittel einwerben. Potenzielle Geldgeber haben nach Auskunft von Klingebiel bereits Interesse signalisiert. Das Vorhaben soll im Wesentlichen durch externe Zuschüsse finanziert werden. Erforderliche Planungsleistungen (Genehmigungs- und Ausführungsplanungen) werden an Dritte vergeben.
Neben einem Anbau an das Werkstattgebäude sowie der Aufstockung des Zwischenbaus sieht der entsprechende Bebauungsvorschlag die Erweiterung um einen großen Neubau auf dem Teichgrundstück und um einen Neubau in der Fuhseniederung vor. Für das Mobilitätsmuseum wurden im Laufe der vergangenen zehn Jahre viele und sehr große neue Exponate erworben, so zum Beispiel eine umfangreiche Büssing-Sammlung (LKWs, Busse, Unterlagen, Planungsarchiv). Hinzu kommt das Angebot der Firma Alstom/LHB, das LHB-Werksmuseum mit rund 20 historischen Schienenfahrzeugen sowie anderem Gerät und Sammlungsexponaten zu übergeben.
Die Stadt Salzgitter besitzt mit dem Schloss Salder und den dazugehörenden Wirtschaftsgebäuden, in denen das städtische Museum und die Bildenden Künste mit umfangreichen Sammlungen untergebracht sind, einen über die Stadt hinaus bekannten und bedeutenden kulturellen Mittelpunkt. Mit dem geplanten Neubau eines Mobilitätsmuseums wird diese Bedeutung noch deutlich zunehmen. "Die Stadt rechnet nach Fertigstellung mit doppelt so viel Besuchern, etwa 160.000 jährlich", so Klingebiel.
Der geplante Neubau des Mobilitätsmuseums ist südlich der Schlossanlage Salder vorgesehen. Das dafür vorgesehene Grundstück ist bereits im Besitz der Stadt Salzgitter und hat eine Größe von etwa 8.000 Quadratmetern.
In Parallellage zur Fuhse entwickelt sich das Gebäude als mehrgliedrige und langgestreckte Bauwerksgruppe. Über einen gedeckten "Himmelsweg" erfolgt eine Verbindung über die Fuhse hinweg zu dem bereits zum Museum umgebauten Schafstall. Der Gebäudegrundriss wird gebildet durch die Überlagerung von 2 Großformen: dem rechteckförmigen Grundbaukörper des Erdgeschosses sowie dem obergeschossigen als freie Form entwickelten Baukörper.
Durch die Überlagerung entstehen "Randräume" im Erdgeschoss, die durch entsprechende Nebenräume genutzt werden, wie zum Beispiel Info, Toiletten, Garderobe, Technik, Abstellräume sowie Ausstellungsräume für kleinere Exponate. Diese Randräume projizieren und verzahnen gleichzeitig die freie Form des Obergeschosses mit der Hallenfläche des Erdgeschosses.
Während das Erdgeschoss vorzugsweise die Schienenfahrzeuge und andere Großfahrzeuge ausstellt, ist das Obergeschoss für Automobile und andere "Mobile" vorgesehen. Die an das Obergeschoss angrenzende Flachdachfläche des Hallengebäudes kann darüber hinaus noch als ergänzende Freifläche für Außenexponate genutzt werden.
Die Erschließung des Neubaus ist über die Gebäudekopfseite von der Museumstraße vorgesehen. Hier befindet sich auch ein wesentlicher Parkplatzanteil sowie eine weitere Freifläche für Außenexponate. Die Anlieferung des Museums erfolgt über die Toranlagen der östlichen Gebäudekopfseite. Innenräumlich erschließt sich das Museum dem Besucher großflächig über die erdgeschossige Hallenfläche. Im Zugangsbereich des Museums befinden sich allgemeine Informationszonen, Garderobe und WC-Bereich. Jeweils an den Gelenkpunkten des Gebäudes sind großflächig verglaste Fassadenflächen vorgesehen.
Das Obergeschoss wird über eine offene auch mit Fahrzeugen befahrbare Rampe erschlossen sowie über eine Treppenanlage und eine behindertengerechte Aufzugsanlage. Der gedeckte Verbindungssteg ("Himmelsweg") verbindet das Gebäude über die Fuhse hinweg mit dem als Museum bereits umgebauten Schafstall. Der Übergangsbereich ermöglicht dem Besucher gleichzeitig einen interessanten Blick auf den Museumsfreibereich des Eiszeitgartens. Die direkte Anbindung des Schafstallgebäudes erfolgt wiederum über eine Treppenanlage sowie einen behindertengerechten Aufzug.


