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Museum im Schloss
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Museum im Schloss

Die Geschichte des Museums knüpft eng an den wechselvollen Werdegang des Schlosses an. Im Bereich eines älteren Gutshofes der Familie von Saldern gelegen, beginnt die Geschichte mit der Entstehung im Jahre 1608.

1608
Wegen einer Schuld von 21.000 Talern verpfändeten Jacob und Heinrich von Saldern den Stammsitz ihres Geschlechtes an Statius von Münchhausen. Dieser überließ im gleichen Jahr das Anwesen wiederverkäuflich dem fürstlich-braunschweigischen Obristen, Geheimrat und Generalkommissar David Sachse, der für 12.000 Taler die Erlaubnis erlangte, auf dem Gelände des "Großen Hofes" bauen zu dürfen. Er ließ - vermutlich durch den Baumeister Paul Francke - ein Schloss im Renaissance-Stil errichten.

1620
David Sachse verarmte und musste wegen Differenzen mit dem Herzoghaus das Land verlassen. Das Schloss wurde aufgrund eines Vergleichs von der Familie von Saldern für 40.000 Taler zurückgekauft. Wegen rechtlicher Schwierigkeiten hinsichtlich des Rückkaufes kam es zu einer Klage der Erben von Sachse, die schließlich zum Prozess über die Besitzverhältnisse führte. Dieser Prozess zog sich - unterbrochen durch den Dreißigjährigen Krieg - bis weit ins 17. Jahrhundert hin. In der Zwischenzeit musste sich die Familie von Saldern bei der Familie von Quitzow verschulden.

1641 - 1642
Besetzung des Schlosses durch die Truppen des Grafen Ottavio Piccolomini während des Dreißigjährigen Krieges. Das Schloss wurde stark verwüstet.

1669
Verpfändung des gesamten Salderschen Anwesens an die Erben der Familie von Quitzow. Ein erneuter Vergleich führte zu einer kurzzeitigen, aber nur teilweisen Wiederinbesitznahme des Anwesens durch die Familie von Saldern.

1695 - 1696
Die Auseinandersetzungen wurden endgültig durch den Verkauf des "Großen" und des "Kleinen Hofes" in Salder an den Erbprinzen August Wilhelm (Braunschweiger Herzogsfamilie) beendet. In dessen Auftrag wurde das Schloss durch den Wolfenbütteler Hofbaumeister Hermann Korb zu einer Sommerresidenz in Barock-Rokoko-Stil umgebaut. In der Zeit von 1713 - 1717 lässt August Wilhelm die barocke Schlosskirche St. Maria Magdalena errichten. Damit beauftragt er den Baumeister Johann Caspar Völcker.

1731
Nach dem Tode des Herzogs August Wilhelm wurde das Schloss zum Witwensitz für dessen dritte Frau Elisabeth Sophie Marie. Sein Nachfolger Herzog Ludwig Rudolf gestand ihr aber nur den Nießbrauch (Nutzungsrecht) zu.

1740
Von Herzog Karl I. wurde der Witwe das Nutzungsrecht gegen eine Entschädigung genommen. Das Anwesen wurde den herzoglichen Domänen angeschlossen.

Während des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts
befand sich das Schloss Salder in den Händen von Pächtern und Verwaltern, die die Anlage als Domänenbetrieb bewirtschafteten.

1918
Aufgrund der politischen Verhältnisse nach dem Ersten Weltkrieg (Revolution und Enteignung der deutschen Fürsten) waren die Besitzverhältnisse zunächst umstritten. Die Braunschweiger Landesversammlung beschloss, Gut Salder unter die Verwaltung des Staates Braunschweig zu stellen.

1925
Aufgrund des "Gesetzes über die Auseinandersetzung zwischen dem braunschweigischen Staate und dem vormals regierenden herzoglichen Hause" vom 23. Oktober 1925 wurden die Besitzverhältnisse geregelt. Das Gut Salder blieb unter staatlicher Verwaltung. Es wurde in die Braunschweig GmbH (Gesellschaft zur Verwaltung von staatlichem Grund- und Bergwerksbesitz) integriert, unter deren Leitung eine Spezialisierung auf Saatgutzüchtung stattfand.

1939
Der braunschweigische Staat verkauft das Gut Salder an die "Reichswerke Hermann Göring". Das Schloss diente als Sitz der "Großdeutschen Umsiedlungsgesellschaft GmbH". Diese war zuständig für Grundstücksankäufe und -enteignungen, für das Hüttengelände und die Bergwerksanlagen sowie für die Umsiedlung der dort ansässigen Bevölkerung. Die Umsiedlungsgesellschaft bestand noch mehrere Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges fort.

1945
Die Schlossanlage wurde durch alliierte Truppen besetzt. In den darauf folgenden Monaten und Jahren wurde mehre Flüchtlingsfamilien im Schloss einquartiert.

1955
Die Nachfolgerin der Reichswerke, die Salzgitter AG, übergab das Schloss der Stadt Salzgitter für einen symbolischen Kaufpreis von 1 DM. Stadtschulrat Franz Zobel begann in Teilbereichen des Schlosses ein Heimatmuseum einzurichten.

1958
Erste Renovierungsarbeiten.

1962
Am 14. Dezember wurde das Schloss in seiner Gesamtheit als Museum eingeweiht. In den darauf folgenden Jahren waren Franz Zobel, Otto Bothe und Wolfram Forche als Leiter des Museums nebenamtlich tätig. Maßgeblich am Aufbau der Abteilungen Bergbau und Geologie war auch Dr. Heinz Kolbe beteiligt.

1968
Einstellung des landwirtschaftlichen Betriebes.

1976
Wegen Baufälligkeit musste das Museum geschlossen werden.

1977 - 1991
Sanierung-, Ausbau- und Umbaumaßnahmen durch das Hochbauamt der Stadt Salzgitter unter Beibehaltung des Charakters aller alten Bauteile.

1981
Am 8. Mai erfolgte die Wiedereröffnung des "Städtischen Museums Schloß Salder". Die Ausstellungsfläche des Museums wurde auf 2.000 Quadratmeter erweitert. In den folgenden Jahren wurde die Einbeziehung aller Nebengebäude in die museale Anlage vollzogen.



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