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Friedhof Jammertal
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Gedenkstätte Friedhof Jammertal

Mit der Gründung der Reichswerke "Hermann-Göring" kamen ab 1937 immer mehr Menschen in das Aufbaugebiet. Nach Kriegsbeginn waren dies vor allem Zehntausende Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und KZ Häftlinge.
Ehrenfriedhof Jammertal Großbildansicht

Die schwere Arbeit und die oft unzureichenden Lebensbedingungen führten zu einer stetig steigenden Sterberate.

In den ersten Jahren fanden die Toten ihre letzte Ruhestätte auf den Dorf- und Kirchenfriedhöfen oder auf dem Friedhof Westerholz. Die Errichtung eines zentralen "Ausländerfriedhofes" begann im Frühsommer 1943. Die Reichswerke "Hermann-Göring" stellten hierfür das Gelände mit dem alten Flurnamen Jammertal zur Verfügung. Die Fläche war ein kleiner Hügel in der sonst flachen Landschaft, da dort die bei den Aufbauarbeiten angefallene unbrauchbare Erde abgeladen worden war.

Die Friedhofsfläche ist in ein Koordinatensystem eingeteilt - in Felder, Grabreihe und Grabnummer. Beisetzungen fanden meistens in Einzelgräbern statt, die Grablage verzeichnete man auf Karteikarten, so dass heute noch die Gräber lokalisiert werden können. Insgesamt wurden etwa 4000 Opfer aus mehr als 15 Nationen beigesetzt. Bis 1951 mussten alle "Ausländer" auf dem Friedhof Jammertal beerdigt werden.

In den 50er Jahren gab es Umbettungen: Einerseits in die Heimatländer der Opfer oder auf zentrale Ehrenfelder in Hannover und Hamburg, andererseits wurden ausländische Kriegstote von den kleinen Friedhöfen im Salzgittergebiet zum Friedhof Jammertal umgebettet.

Im Laufe des Jahres 1946 veränderte sich das Aussehen des Friedhofes. Wege entstanden und im September errichteten die Alliierten ein Mahnmal im Zentrum der Fläche. Etwa zur selben Zeit wurde am hinteren Rand des Friedhofes ein Obelisk für die sowjetischen Opfer aufgestellt. 1948 folgten ein Obelisk für die jüdischen Opfer und ein Denkmal für polnische Opfer. Ein Jahr später weihte der ehemalige KZ Häftling Abt Carlotti ein Kreuz zur Erinnerung an die französischen KZ Häftlinge, die in Salzgitter gestorben waren. Nur an wenigen Gräbern gab es individuelle Grabsteine.

Die heutige Gestaltung des Friedhofes geht auf die 70er Jahre zurück. Damals wurden fünf Gedenksteine am Eingang aufgestellt und der Zugang zum Friedhof auf diese ausgerichtet. Aus pflegetechnischen Gründen entfernte man alle individuellen Grabzeichen und ließ dafür Metalltafeln mit Vornamen und Namen, Geburts- und Sterbedatum, anhand der Grabkoordinaten in den Boden ein. Allerdings nicht für alle Gräber, so dass heute einige Grabflächen nicht gekennzeichnet sind. Im November 2011 wurden am Friedhofseingang acht Lesepulte aufgestellt. Neben Informationen zur Geschichte des Ortes finden sich auch fünf Metallbücher, in denen erstmals alle bis heute bekannten Opfernamen aufgeführt sind. Anhand des Koordinatensystems und eines Friedhofsplanes können Besucher die Gräber finden.

Der Friedhof Jammertal ist einer der wesentlichen Erinnerungsorte in Salzgitter.

Der Arbeitskreis Stadtgeschichte e.V. bietet Führungen zu folgenden Themenschwerpunkten an:

- 1943 bis heute - Die Geschichte des "Ausländerfriedhofs" Jammertal
-
Lebenswege und Lebensende - Einzelschicksale beigesetzter Opfer

Dauer: mind. 2 Stunden

Treffpunkt: Parkplatz am Friedhof, Peiner Straße/Kanalstraße
in Salzgitter-Lebenstedt

Kontakt:

Arbeitskreis Stadtgeschichte e.V.
Wehrstraße 29
38226 Salzgitter
Telefon: 05341 / 44581
Fax: 05341 / 179213
Email: infogedenkstaette-salzgitterde



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