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Tourismus
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Salzgitter - Stadt der Kontraste

Salzgitter. Mit diesem Namen verbinden viele Menschen einen führenden Industriestandort und eines von neun Oberzentren in Niedersachsen. Stimmt. Dennoch ist es nur die halbe Wahrheit und wird den Realitäten in dieser lebens- und liebenswerten Flächenstadt nicht gerecht.
Innenstadt von Salzgitter-Lebenstedt. Großbildansicht Innenstadt von Salzgitter-Lebenstedt.

Die Stadt hat weit mehr zu bieten als rund 50.000 Arbeitsplätze in einer innovativen Wirtschaft. Es zeichnet sich auf 224 Quadratkilometern mit 31 Stadtteilen und rund 106.000 Einwohnern aus durch freundliches Wohnen im Grünen, das Naherholungszentrum Salzgittersee, den Salzgitter-Höhenzug und den staatlich anerkannten Kurort Salzgitter-Bad mit einer der stärksten Naturthermalsolequellen Deutschlands.

Salzgitter ist auch Kulturstadt. Historische Bauwerke, Kunst im öffentlichen Raum, sein Wahrzeichen, das Denkmal zur Stadtgeschichte, Bürgerfeste und Freiluftveranstaltungen zeigen ein weiteres Gesicht. Stets groß geschrieben wurde der Freizeitwert. Salzgitter steht für ein Kontrastprogramm.

Blick über Salzgitter-Bad zum Brocken im Harz. Großbildansicht Blick über Salzgitter-Bad zum Brocken im Harz.

Maximum an Lebensqualität

Salzgitter-Bad, der staatlich anerkannte Ort mit Solekurbetrieb, liegt landschaftlich reizvoll eingebettet im nördlichen Vorharz. Der kostbare Bodenschatz, der ihm den Namen gab, bestimmte schon immer das Leben der Menschen. Um 1900 entwickelte sich "Bad" zum beliebten Ferienziel. Aus allen Teilen des Deutschen Reiches reisten die Gäste an, um sich in den Wäldern und Bergen, vor allem aber in Kombination mit der Naturthermalsole zu erholen und die Gesundheit zu pflegen.

Die Altstadt mit ihren verwinkelten Straßen und Plätzen hat ihr besonderes Flair. Bauwerke wie die Vöppstedter Ruine oder die Festungskirche St. Mariae Jakobi eröffnen Einblicke in die Geschichte. Den Mittelpunkt bildet die Traditionsinsel mit Tillyhaus, Kniestedter Gutshaus, Garßenhof als Teil des Hotels Ratskeller und Rosengarten.

Erholung mitten in der Natur garantieren die Lichtenberge mit einem Wanderwegenetz von 150 Kilometern. Beachtlich sind 120 Kilometer Radwanderwege. Ein komplettes sportliches Freizeitprogramm von Reiten über Tennis bis Segelfliegen und Golf besteht, Fitnessstudios sowie Frei- und Hallenbäder bieten für jeden sportlich Interessierten etwas. Über 100 Vereine und hervorragende Anlagen sind die Basis für Breiten- und Leistungssport mit nationalen und internationalen Erfolgen in vielen Sportarten - vor allem im Trampolinturnen, wo Henrik Stehlik im Herren-Einzel 2004 Weltmeister wurde und bei den Olympischen Spielen in Athen die Bronzemedaille gewann.

Und Salzgitter ist gastfreundlich. Seine Hotellerie und Gastronomie erfüllen alle Wünsche. In fast allen Stadtteilen gibt es Hotels, Pensionen, Gasthöfe und Ferienwohnungen für jeden Geldbeutel und Geschmack. Die gepflegten Restaurants sind bekannt und geschätzt. Und wer einmal nicht in seinem Ferienquartier essen möchte, steht fast ratlos vor einem breiten Angebot kulinarischer Reize von deutsch-gutbürgerlicher bis internationaler Küche. Auch bietet sich ein Einkaufsbummel an. Neben der Altstadt von Salzgitter-Bad ist es vor allem die Innenstadt Lebenstedt, die zum Einkaufen einlädt. In Salzgitter findet sich für jeden Geschmack etwas. Kaufhäuser und Fachgeschäfte halten ein Angebot vor, das allen Kundenwünschen gerecht wird. Für die kurze Erholung sorgen Cafés und Ruhezonen, die zum Sitzen und Klönen animieren.

Luftaufnahme vom Salzgittersee. Großbildansicht Luftaufnahme vom Salzgittersee.

Mast- und Schotbruch am Salzgittersee

Der Salzgittersee ist das Wassersportzentrum Südostniedersachsens. Mit seinen 75 Hektar und einer Nord-Süd-Ausdehnung von 2.120 Metern gilt er als Revier für Segler, Surfer, Ruderer und Kanuten. Selbstverständlich kann man in seinen Wellen auch nur baden und an den kilometerlangen Sandstränden und Grünanlagen sonnenbaden und joggen. Ihren Freizeitspaß am See haben aber auch Radfahrer, Angler, Taucher, und Modellbootfreunde. Die Insel im Salzgittersee bleibt von diesen Aktivitäten weitgehend verschont und dient der Ruhe und Erholung beim Spazierengehen.

In seiner unmittelbaren Nähe liegen ein Hallenbad / Freibad, eine Eissporthalle, ein Stadion, ein Segelflugplatz, eine Wasserskiseilbahn, kostenlose Freizeitsportanlagen, Tennis- und Grillplätze und ein Tretbootverleih. Durch das ausgebaute Wegenetz ist er für Fahrradfahrer und besonders Inlineskater ideal zu umrunden. Eine in der Region einmalige "Finnlaufbahn" lädt zum Joggen auf knöchelschonendem Untergrund ein. Am 20. September 2008 wurde der Großspielplatz "Piratencamp" am Ostufer eröffnet. In der Reppnerschen Bucht soll ein Seerestaurant entstehen.

Der an der westlichen Peripherie Salzgitter-Lebenstedts gelegene Salzgittersee hat seit seiner Freigabe für den Bade- und Wassersportbetrieb im Mai 1963 eine ständig steigende Bedeutung als Naherholungsgebiet mit der Möglichkeit einer vielseitigen Freizeitgestaltung erlangt. Ende der 1950er Jahre wurden planerische Überlegungen für die Anlage dieses künstlichen Sees, die 20 Jahre zuvor im Rahmen der Errichtung einer Großsiedlung erfolgt waren, wieder aufgenommen. In den auf den Baubeginn im Jahre 1960 folgenden Jahren erreichte das Projekt über Zwischenstufen im Jahre 1974 seine endgültige Größe von 75 Hektar.

Regelmäßige Veranstaltungen mit überregionalem Bekanntheitsgrad am Salzgittersee sind der Silvesterlauf, Benefizlauf und Volkstriathlon, das Fackelschwimmen, die Flugtage, der ffn-Kindertag, die Drachenbootrennen sowie das Seefest, welches alle zwei Jahre stattfindet.

Thermalsolbad in Salzgitter-Bad. Großbildansicht Thermalsolbad in Salzgitter-Bad.

Das Bad mit der starken Sole

Salzgitter bohrt für die Gesundheit in das Innere der Erde. Aus 243 Meter Tiefe sprudelt in Salzgitter-Bad eine 25prozentige Naturthermalsole, eine der stärksten in Mitteleuropa, die bereits 1125 urkundlich erwähnt wurde. Sie wird aus dem Rosengarten im Herzen der Altstadt in das Thermalsolebad mit Hallen- und Außenschwimmbecken, original finnischer Sauna und Dampfsauna mit Soletauchbecken gefördert.

In der Medizinischen Abteilung findet sie vielseitige Anwendung für balneo-therapeutische Zwecke. Im Bade- und Gesundheitszentrum erlebt der Gast Thermalbaden in seiner schönsten Form vor der Kulisse des Harzes mit einladender Sitzecke, Bar und Frischluftgarten. Die Kurmittelleistungen umfassen Thermalsole-Fototherapie, therapeutische Anwendungen im Solebewegungsbecken, Sole- und Süßwasserbäder mit medizinischen Zusätzen, Krankengymnastik, klassische Massagen, Bindegewebsmassagen, manuelle Lymphdrainage, Fußreflexzonenmassage, Fangopackungen, Heißluft- und Kältetherapie, medizinische Fußpflege, Kosmetik und Ergotherapie.

Das Thermalsolebad lindert rheumatische Erkrankungen und die von Atmungsorganen, hilft bei Nachbehandlungen nach Operationen und Unfallverletzungen am Bewegungsapparat, Frauenleiden und bei Hauterkrankungen, insbesondere Schuppenflechte (Psoriasis) und Neurodermitis. Bei der Behandlung der Psoriasis gilt Salzgitter-Bad als führend in Deutschland. Man muss nicht bis an das Tote Meer reisen, um diese chronische Hauterkrankung zu behandeln. Es ist die Kombination von gesättigter Naturthermalsole und selektiver UV-Fototherapie (SUP), die Erfolg verspricht. Auch Neurodermitis, schwere Akne und einige seltene Hauterkrankungen können mit einer modifizierten Thermalsole-Fototherapie gebessert werden.

Schloss Salder. Großbildansicht Schloss Salder.

Städtisches Museum Schloss Salder

2008 wurde das Schloss Salder 400 Jahre alt. Ab 1608 wurde es im Renaissance-Stil erbaut. Seit über 40 Jahren ist hier das Städtische Museum der Stadt Salzgitter untergebracht. Der Zutritt zum Museum ist kostenlos. Der Schwerpunkt seiner Ausstellungen liegt auf der Information über die Geschichte des gesamten Salzgittergebietes von der Erdgeschichte bis heute. Ständige Ausstellungen zur Stadtgeschichte befassen sich mit der Geologie, der Ur- und Frühgeschichte und der Geschichte des Salzgittergebietes zwischen Barock und Jugendstil.

Eine eigene Abteilung "Museum der Industrie, Technik, Arbeit und Mobilität" zeigt die wirtschaftliche Entwicklung Salzgitters im 19./20. Jahrhundert von einer weitgehend landwirtschaftlich geprägten Region zum drittgrößten Industriestandort Niedersachsens. Die Präsentation der Spielzeugsammlung (Geschichte der Kindheit, historisches Spielzeug zwischen 1800 und 2000) ist einzigartig in der Region. Neben den Dauerausstellungen tragen eine Vielzahl an Wechsel- und Sonderausstellungen zu einem regen Museumsleben bei. So präsentiert die Abteilung Bildende Kunst jedes Jahr in der Kunsthalle "Kuhstall" des Museums die Ausstellung "Salon Salder",  in der aktuelle Arbeiten niedersächsischer Künstler vorgestellt werden.

Außerhalb der Museumsgebäude sind neben dem alten Backhaus und der Osterlinder Bockwindmühle im Mühlengarten Plastiken und Objekte von national und international anerkannten Bildhauern zu sehen. Seit dem 2. Juli 2006 ist das Städtische Museum Schloss Salder um eine Attraktion reicher. Auf 2000 Quadratmeter entstand der neue Außenbereich "Eiszeitgarten".  In Verbindung mit der archäologischen Dauerausstellung im Schloss zum Thema "50.000 Jahre Leben in Salzgitter" zeigt der Eiszeitgarten die Lebensumstände der Neandertaler, die, wie die Funde an der Krähenriede in Lebenstedt belegen, zu Beginn der letzten Eiszeit im nördlichen Vorharzland auf Jagd gingen.

Stadtdenkmal in Salzgitter-Lebenstedt. Großbildansicht Stadtdenkmal in Salzgitter-Lebenstedt.

Unter dem Probennehmer

Mehr als sechs Jahrzehnte stehen in Marmor gehauen und in Bronze gegossen im Zentrum von Lebenstedt. Salzgitters Wahrzeichen, das Denkmal zur Stadtgeschichte, wurde vom Braunschweiger Bildhauer Professor Jürgen Weber geschaffen und 1995 der Öffentlichkeit übergeben. Mit ihm bekennt sich die Stadt zu ihrer und zur deutschen Zeitgeschichte. In seiner Einmaligkeit in der Gegenwartskunst hält das Monument das Gedenken wach an den Aufbau von Industriegebiet und Stadt im Nationalsozialismus und an die Zwangsarbeit in den Reichswerken.

Es erinnert ebenso an das Leiden und Sterben unzähliger Menschen auf der Flucht aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten zum Ende des Zweiten Weltkriegs, an die Demontage von Industrieanlagen durch die Alliierten nach 1945 und den Widerstand der Arbeiter dagegen, aber zugleich an den Aufbau eines Wirtschaftsraumes zum drittgrößten Industriestandort Niedersachsens. Fast 14 Meter hoch und mehr als 730 Zentner schwer, hat das Monument in der lebhaft frequentierten Innenstadt seinen Platz gefunden und gibt einer immer noch jungen Stadt Identität. Auf seiner Spitze erhebt sich der Probennehmer aus dem Hüttenwerk, der den Lebens- und Aufbauwillen der Menschen symbolisiert. Das bildhauerische Kunstwerk ist für viele Betrachter eine Begegnung mit der eigenen Lebensgeschichte.

Noch drei andere Orte lassen die Zeitgeschichte Salzgitters nicht in Vergessenheit geraten: die Ehrenfriedhöfe Jammertal und Westerholz, letzte Ruhestätten für rund 4000 KZ-Häftlinge und Zwangsverschleppte, die während des Zweiten Weltkriegs ihr Leben verloren, sowie die KZGedenk- und Dokumentationsstätte Drütte. Das KZ Drütte war 1942 eingerichtet worden und eines der ersten und größten Außenlager des KZ Neuengamme bei Hamburg. Mehr als 3000 Häftlinge unterschiedlicher Nationalitäten waren hier untergebracht und mussten in der Rüstungsproduktion arbeiten.

Veranstaltung am Schloss Salder. Großbildansicht Veranstaltung am Schloss Salder.

Veranstaltungen

Ob Sportveranstaltungen, Bürgerfeste oder Konzerte - Salzgitters Terminkalender ist randvoll. Die Aktivitäten werden von engagierten Vereinen, Konzertagenturen und der Stadt entfaltet. Ein Termin-Höhepunkt ist der Kultursommer am Schloss Salder, alles live und (fast immer) unter freiem Himmel mit Stars aus der Musik- und Kleinkunstszene, die ganzjährig auch in den Veranstaltungszentren Kulturscheune in Alt-Lebenstedt und in der Kniestedter Kirche in Salzgitter-Bad das Publikum faszinieren.

Weit überregionale Anziehungskraft haben der Silvesterlauf, die Drachenbootrennen, der Volkstriathlon, das Seefest, das Museumsfest, der niedersächsische Jazz- und Rocklehrgang mit der Trommlerparade sowie das Trommler-Treffen mit Spitzen-"Drummern" aus Deutschland und der Welt. Während der Ringelheimer Orgeltage im Mai und Musiktage im Oktober kommen die Liebhaber klassischer Musik auf ihre Kosten.

Stahlwerk der Salzgitter AG. Foto: Salzgitter AG Großbildansicht Stahlwerk der Salzgitter AG. Foto: Salzgitter AG

Wirtschaft auf Weltniveau

Produkte aus Salzgitter haben Weltruf. Das kann nicht nur die Salzgitter AG Stahl für sich in Anspruch nehmen. Die Salzgitter-Gruppe umfasst weit mehr als 80 nationale und internationale Tochter- und Beteiligungsgesellschaften. Sie zählt zu den führenden Stahl-Konzernen Europas mit einer Rohstahlkapazität von rund 9 Millionen Tonnen jährlich. In den Bereichen Profil- und Flachstahl gehört der Konzern mit seinen 17.800 Mitarbeitern zu den besten 5 in Europa und nimmt im Röhrengeschäft eine führende Position in der Welt ein. Die Salzgitter Flachstahl GmbH produziert in ihrem integrierten Hüttenwerk Warmband, Kaltband sowie oberflächenveredelte und beschichtete Stahlprodukte unter anderem für die Automobil- und Haushaltsgeräteindustrie. Mit anderen Tochtergesellschaften sind am Standort Salzgitter etwa 8.500 Mitarbeiter beschäftigt.

Volkswagen Salzgitter ist das weltweit zweitgrößte Motorenwerk. Rund 8.000 Otto- und Dieselmotoren in 270 Varianten werden täglich gefertigt. Sie kommen in den verschiedenen Modellen und Marken des VW-Konzerns, in Nutzfahrzeugen und Seat zum Einsatz. Auch die Motoren für die Spitzenmodelle Phaeton, Touareg, Audi A8 und den Bugatti Veyron mit 1001 PS sind "Made in Salzgitter". Daneben fertigt das Werk Motorenteile für Produktionsstätten an anderen Standorten. Ein weiteres Projekt des Motorenwerkes ist der Bau von Bootsmotoren. Im Juni 2001 wurden die ersten Serienmotoren der VW Marine ausgeliefert. Rund 7.000 Mitarbeiter sind bei Volkswagen Salzgitter beschäftigt.

Auf allen Straßen zu finden sind modernste Reise- und Nahverkehrsbusse sowie Lastkraftwagen von MAN. Das Unternehmen fertigt in Salzgitter mit fast 2900 Mitarbeitern Lkw, Busse, Bus-Fahrgestelle, Achsen und Kurbelwellen. 2003 verließen fast 10.000 schwere Lkw die Werkshallen. Salzgitter ist auch die Zentrale der 2001 gegründeten Neoman Bus GmbH. Sie entwickelt, produziert und vertreibt alle Omnibusse und Busfahrgestelle der Marken MAN und Neoplan mit etwa 1375 Mitarbeitern. In Salzgitter werden vor allem Niederflurstadtbusse und hochwertige MAN-Reisebusse endmontiert und ausgeliefert. MAN übernahm das Werk 1972 vom Braunschweiger Traditionsunternehmen Büssing.

Ein anderes Traditionsunternehmen mit Wurzeln in Schlesien ist Alstom LHB, ein weltweit führender Anbieter von Lösungen für den schienengebundenen Verkehr. Rund 2700 hochqualifizierte Beschäftigte entwickeln und produzieren Schienenfahrzeuge für das In- und Ausland, von Kopenhagen bis Neu Delhi. Die Produktpalette umfasst das komplette Programm für den Nah-, Regional-, Fern- und Güterverkehr sowie Service von der Instandhaltung über Renovierung und Ersatzteile: komfortable Regionaltriebzüge, innovative Stadt-, Straßen- und Regionalstadtbahnen, geräumige Doppelstockzüge, Reisezugwagen, leistungsstarke S- und U-Bahnen und moderne Güterwagen - all das ist Alstom LHB Salzgitter.

Der fünfte große Arbeitgeber mit 1900 Beschäftigten ist die Robert Bosch Elektronik GmbH. Bis in die 1980er Jahre wurden hauptsächlich Autoradios (Blaupunkt) und Fernsehgeräte hergestellt. 1979 wurde mit der Produktion elektronischer Steuergeräte für Verbrennungsmotoren begonnen und inzwischen gilt sie ausschließlich der Kraftfahrzeugtechnik. Motorsteuergeräte sind die bedeutendste Produktgruppe und Kunden weltweiter Kraftfahrzeughersteller. Das Werk koordiniert heute die globale Produktion von Motorsteuergeräten bei Bosch und ist Kompetenzzentrum für Produktionsverfahren in der Leiterplattentechnologie.

Die Großunternehmen sind jedoch nur eine Seite der Wirtschaftsstruktur Salzgitters. Auch mittelständische Betriebe verzeichnen mit intelligenten Produkte ihre Erfolge. Sie finden sich in der Zulieferbranche für die Kraftfahrzeugindustrie und in Pharmazie, Kunststoff- und Holzverarbeitung, Elektronik, Feinmechanik und Papier. Das schwedische Einrichtungsunternehmen IKEA wählte die Stadt als Standort für ihr weltweit größtes Distributionszentrum. Abgerundet wird das Spektrum durch modernes Handwerk und eine leistungsstarke Landwirtschaft auf hochwertigen Böden.

Der Dienstleistungssektor mit Banken, Handel und Gewerbe hat Zuwachs erhalten. Salzgitter ist Sitz des Fachbereichs Transport- und Verkehrswesen der Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel sowie des Bundesamtes für Strahlenschutz - eine Stadt im permanenten Strukturwandel. Großer und stetig steigender Beliebtheit erfreut sich zudem die Junioruniversität. Sie wendet sich mit ihren Programmen an alle Mädchen, Jungen und Jugendliche, die Interesse an naturwissenschaftlichen Fragestellungen haben. Und selbstverständlich hat die Stadt eine leistungsfähige Volkshochschule und eng vernetzte berufliche Weiterbildungsträger.

Schloss Salder. Großbildansicht Schloss Salder.

Auf den Spuren der Geschichte

Schon Schloss Salder weist es nach - Salzgitter ist trotz seines Gründungsjahres 1942 keine Stadt aus der Retorte, sondern Teil einer kulturhistorisch spannenden Region zwischen Harz und Heide. Sein Bodenschatz, das Eisenerz, war schon um Christi Geburt bekannt. Germanen verhütteten es in "Rennöfen". Bereits vor 50.000 Jahren fand ein "früher Niedersachse", ein eiszeitlicher Jäger, den Weg nach Salzgitter. Seine sterblichen Reste wurden 1952 entdeckt.

Weitere Zeugen einer lebendigen Geschichte sind Schloss Ringelheim mit einer 1694 erbauten Barockkirche und wertvoller Orgel, die fast 1000jährige Wasserburg Gebhardshagen, die Kapelle Engerode mit wertvollen gotischen Fresken, eine der ältesten Wallfahrtskirchen in Norddeutschland, Gut Flachstöckheim mit einem englischen Park, Stift Steterburg - ein 1003 gegründetes Damenstift trat an die Stelle einer frühmittelalterlichen Burganlage - und die Ruine der einst von Heinrich dem Löwen erbauten Burg Lichtenberg. Auf einer steilen Bergkuppe der Lichtenberge liegend, diente sie dem großen Braunschweiger Welfenherzog zur Sicherung seiner Macht gegen die Bischofsstadt Hildesheim und das kaiserliche Goslar.

Nach dem offenen Streit zwischen Heinrich dem Löwen und Kaiser Friedrich Barbarossa war sie 1180 ein bevorzugtes Angriffsziel seiner Truppen. Er eroberte die Burg Lichtenberg und erst sein Nachfolger Heinrich VI gab sie 1194 an den Welfen zurück. Zerstört wurde sie weitaus später, 1552 am Ende des Schmalkaldischen Krieges. Vom Bergfried aus eröffnet sich eine herrliche Sicht auf das nördliche Salzgitter bis nach Braunschweig und in die norddeutsche Mittelgebirgslandschaft. Außerdem beherbergt das renovierte Gemäuer eine neue Dauerausstellung über die Burg und ihre Geschichte. Am anderen Ende der Lichtenberge lohnt sich in Salzgitter-Bad eine Besteigung des Bismarckturmes. Näher kann der Besucher dem Brocken, dem mit 1142 Meter höchsten Berg des Harzes, kaum kommen.  



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