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Netzwerktreffen
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Netzwerktreffen der SED-Opfer

Am Mittwoch, 12. Juni, trafen sich rund 30 Vertreterinnen und Vertreter von SED-und Stasiopferverbänden aus Niedersachsen und Sachsen-Anhalt zum 5. offiziellen Netzwerktreffen im kleinen Rathaus in Salzgitter-Bad.
Oberbürgermeister Frank Klingebiel begrüßt die Gäste Großbildansicht Oberbürgermeister Frank Klingebiel begrüßt die Gäste

Im Fokus der Veranstaltung stand der Gedankenaustausch zu Themen wie Erinnerungskultur und Engagement von Zeitzeugen, aber auch Informationen zu neuen Entwicklungen wie der Bundesratsinitiative des Landes Niedersachsen zur Verbesserung der Situation der Opfer des SED-Unrechts.

Das Treffen fand auf Initiative von Hartmut Büttner, dem Sprecher des Niedersächsischen Netzwerkes der SED- und Stasiopfer, statt. Anwesend waren unter anderem Oberbürgermeister Frank Klingebiel, Birgit Neumann-Becker, die Beauftragte des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, der ehemalige Oberbürgermeister Salzgitters und Ehrenbürger Rudolf Rückert und der ehemalige Bundestagsabgeordnete der CDU Helmut Sauer.

Oberbürgermeister Frank Klingebiel begrüßte die Gäste in Salzgitter und erinnerte an die besondere Rolle der Zentralen Erfassungsstelle der Landesjustizverwaltungen, die bis 1992 in Salzgitter-Bad existiert hat. Auch sagte er: "Unsere Verpflichtung ist die Erinnerung an die Verbrechen der SED-Diktatur wach zu halten. Wir können und müssen aus der Geschichte lernen, damit so etwas nicht wieder passiert."

Zu Beginn der Veranstaltung wurde der Film "Archiv des Unrechts" gezeigt, der die Geschichte der Zentralen Erfassungsstelle in Salzgitter-Bad zum Thema hat. Auf bildhafte Art zeigt er Einzelschicksale aus den insgesamt 42.000 Akten, die dort im Rahmen von Vorermittlungen gesammelt wurden. Auf Grundlage dieser Akten konnten nach der politischen Wende viele Täter für ihre Straftaten verurteilt werden.

Ehrenbürger Rudolf Rückert erzählte im Anschluss an den Film aus der Zeit als Oberbürgermeister. Ein Freund von ihm war von der Stasi als inoffizieller Mitarbeiter auf ihn angesetzt wurden. Er sagte dazu: "Mein Leben wurde genau beobachtet."

Anschließend informierte Birgit Neumann-Becker über Initiativen und Entwicklungen in Sachsen-Anhalt. Hartmut Büttner stellte außerdem die Bundesratsinitiative des Landes Niedersachsen zur Verbesserung der Situation der Opfer des SED-Regimes vor, über die intensiv diskutiert wurde.

Insgesamt war es für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine gelungene Veranstaltung mit neuen Ideen für die Erinnerungsarbeit.

Hintergrund zum Thema: An der rund 1.400 Kilometer langen innerdeutschen Grenze und an der Berliner Mauer kam es zu 274 Todesopfern. Mehr als 700 Republikflüchtlinge erlitten schwere oder lebensgefährliche Verletzungen. Insgesamt 33.755 politische Gefangene wurden aus den Zuchthäusern der DDR freigekauft. Salzgitter ist für diese Zeit ein bedeutsamer Ort, da hier von 1961 bis 1992 die Zentrale Erfassungsstelle der Landesjustizverwaltungen ihren Sitz hatte. Das niedersächsische Netzwerk für SED- und Stasiopfer wurde 2010 von Hartmut Büttner initiiert. Er ist auch bis heute dessen Sprecher. In dem Netzwerk haben sich u.a. der "Verband der Opfer des Stalinismus (VOS)", der "Verband politisch Verfolgter des Kommunismus (VpVdK)", der "Stasiopfer-Selbsthilfe" und der "Ehrenamtlichen Hilfe für SED-Opfer" sowie Einzelpersonen zusammengeschlossen, um verstärkt gemeinsam die Interessen der Kommunismusopfer wahrzunehmen. Das Netzwerk wird vom Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport unterstützt.
Donnerstag, 13.06.2019


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