Salzgitters Stadtbaurat Michael Tacke begrüßte die Teilnehmenden des Workshops und fasste den bisherigen Projektverlauf zusammen, um den Teilnehmenden einen Überblick über den aktuellen Stand der Planung zu geben.
Der Vertreter des federführenden Regionalverbandes Großraum Braunschweig, Roland Böttcher, gab einen allgemeinen Überblick über das Thema Radschnellverbindungen in Deutschland. Er warnte davor, Radschnellverbindungen mit Autobahnen zu vergleichen. Es gehe hier nicht um Geschwindigkeit der Radfahrenden, sondern um die Reisezeit. Dafür brauche es Radwege von hoher Qualität. Wenn die Wegzeit von Tür zu Tür mit dem Rad auf nahräumigen Verbindungen annähernd so gering sei wie mit dem Auto, dann könne die Verkehrswende gelingen. Er untermauerte dies anhand diverser Praxisbeispiele, unter anderem aus Wolfsburg.
Projektleiter Thomas Pfeiffer und sein Team vom Braunschweiger Ingenieurbüro BPR erläuterten die drei verbliebenen Hauptvarianten und die Herangehensweise bei der Auswahl. Nachdem im Frühjahr 2025 über 300 Ideen, Anregungen und Hinweise aus der ersten Beteiligungsrunde der Bürgerinnen und Bürger den Planenden mit auf den Weg gegeben wurden, hatte das Planungsbüro seit Herbst die eingegangenen Trassenvorschläge ausgewertet. Dabei stand es vor der Herausforderung, die hohe Anzahl eingegangener Vorschläge, die weit über der erwarteten Anzahl lag, zu sichten und in einem nachvollziehbaren und transparenten Planungs- und Auswahlprozess u. a. nach umweltfachlichen und verkehrlichen Kriterien zu bewerten.
Anschließend diskutierten die Teilnehmenden des Workshops an mehreren Dialogstationen über die Hauptvarianten, gaben Hinweise zu örtlichen Begebenheiten und überlegten gemeinsam, wie eine mögliche Umsetzung aussehen könnte. Zentrale Punkte waren dabei die Themen Verkehrssicherheit und Knotenpunktgestaltung, wie zum Beispiel die Querung der B 248 im Bereich der Friedrichshöhe bei Thiede. Ziel des Workshops war, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern die Auswahl der Vorzugsvariante vorzubereiten.
Sebastian Vogt von der Stadt Salzgitter gab abschließend einen Ausblick auf die nun anstehende Arbeitsphase zur Erarbeitung der finalen Vorzugsvariante. Sie soll bei einem zentralen Bürgerinformationstermin im Winter vorgestellt werden. Danach ist geplant, sie den zuständigen politischen Gremien der Städte Braunschweig, Salzgitter und Wolfenbüttel zur Beratung und Abstimmung vorzulegen.
Der Bürgerworkshop in Braunschweig findet am 23. Juni, um 18 Uhr im Gymnasium Raabeschule Außenstelle Braunschweig-Stöckheim statt. Damit dieser Workshop nicht benachteiligt wird, werden die detaillierten Planungsunterlagen erst ab dem 23. Juni online gestellt unter https://www.regionalverband-braunschweig.de/rsv_sued/ auf den Internetseiten des Regionalverbands Großraum Braunschweig.
Zum Hintergrund:
Die Städte Braunschweig, Salzgitter und Wolfenbüttel planen mit Hilfe des Regionalverbands Großraum Braunschweig eine Radschnellverbindung zwischen den beteiligten Kommunen Braunschweig, Wolfenbüttel und Salzgitter.
Radschnellverbindungen sind ein Beitrag zur Verkehrswende und zum Klimaschutz. Durch sie verkürzen sich Reisezeiten mit dem Rad beziehungsweise Pedelec auf eine geringere oder gleichwertige Reisedauer wie mit dem Pkw. Dazu werden die Radschnellverbindungen so gebaut, dass Zeitverluste durch Anhalten an Verkehrsknoten, Langsamfahrten durch unzureichende Wegebreiten, schlechte Fahrbahnen und Steigungen vermieden werden. Der erste Workshop in Salzgitter fand im Februar 2025 statt.