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Salzgitter

Vom Bauerndorf zum Wohnort

Westlich der Fuhseauen liegt Salzgitter-Reppner, der nördlichste Stadtteil der Ortschaft Nordwest. Reppner grenzt im Norden an die Broistedter und Barbecker, im Westen an die Lesser Flur.

Stadtteil-Wappen von Salzgitter-Reppner.

Einen tiefen Einblick in die Lebensverhältnisse der Einwohnerinnen und Einwohner Reppners während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) bietet ein im Niedersächsischen Landesarchiv in Wolfenbüttel überliefertes Beschwerdebuch aus dem Amt Lichtenberg. In eindringlichen Worten werden dort die wiederkehrenden Zerstörungen und Plünderungen beschrieben, die einen Großteil der Einwohnerinnen und Einwohner in die Flucht trieben. Einige fanden Zuflucht in weit entfernten Dörfern, andere versuchten in der Wildnis zu überleben. Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges waren knapp 40 Prozent der Hofstellen in Reppner unbewohnt.

Während die Einwohnerzahl in Reppner über mehrere Jahrhunderte nahezu stabil geblieben war, veränderte sie sich im 20. und 21. Jahrhundert mehrfach auffällig. Der Anstieg von 315 im Jahr 1939 auf 711 im Jahr 1950 geht darauf zurück, dass die Bewohnerinnen und Bewohner des südlich von Reppner gelegenen Lagerkomplexes als Einwohnerinnen und Einwohner des knapp zwei Kilometer entfernten Stadtteils zählten.

In den bereits im Jahr 1939 errichteten Baracken waren zunächst sowjetische Kriegsgefangene untergebracht. Seit 1942 dienten die Baracken als Krankensammellager. Fast 500 Menschen, mehr als die Hälfte nicht einmal 21 Jahre alt, verstarben zwischen Juli 1942 und April 1945. Nach Kriegsende dienten die Baracken zunächst der Unterbringung von „displaced persons“ (Zwangsverschleppte, die auf eine Rückkehr in ihre Heimatländer warteten), anschließend beherbergten sie Flüchtlinge und Vertriebene.

Reppner von oben.

Von 1955 an wurden die verbliebenen Unterkünfte im Kiehwinkel als Obdachlosenasyl genutzt, ehe sie im November 1976 während einer Feuerwehrübung kontrolliert abgebrannt wurden.

Der jüngste Anstieg bei der Einwohnerzahl Reppners geht zurück auf die Erschließung des Baugebietes „Welfengrund“. Im am südlichen Ortsrand von Reppner gelegenen Baugebiet entstanden in zwei Bauabschnitten rund 60 Häuser. Die Lage im Grünen sowie die Nähe zum Salzgittersee und dem größten Stadtteil Lebenstedt mit seiner gut ausgebauten Infrastruktur haben den Wandel vom einstigen Bauerndorf zum Wohnort beschleunigt.

Das ehemalige Schulhaus, in dem sich heute der Dorfgemeinschaftsraum und der Schulungsraum der Freiwilligen Feuerwehr befinden, ist das Zentrum des gesellschaftlichen Lebens für die rund 600 Einwohnerinnen und Einwohner von Reppner.

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